Der Kapuzinerpater Theodosius Florentini (1808 – 1865), der als schweizerischer Schul-, Caritas- und Sozialapostel bezeichnet werden kann, gründete 1844 eine Schwesternkongregation, die im Bildungswesen für Kinder, Behinderte und Jugendliche sowie auch in der Kranken-, Armen-, Waisen- und Altersfürsorge tätig sein sollte.

1852 entsteht durch die Initiative Florentinis neben den Menzingerschwestern ein zweiter Zweig, der sich vor allem karitativ engagierte. Es ist die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, kurz „Kreuzschwestern“ genannt, mit dem Mutterhaus in Ingenbohl in der Schweiz. Mutter Maria Theresia Scherer (1825 – 1888), die als Katharina Scherer bei den Menzingerschwestern eingetreten war, wurde Mitbegründerin der Gemeinschaft von Ingenbohl und bereits ein Jahr nach der Gründung zur ersten Generaloberin gewählt. Während 31 Jahren versah sie dieses Amt bis zu ihrem Tod. Am 29. Oktober 1995 wurde sie von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Am 3. September 1929 kamen die Kreuzschwestern auf Betreiben des damaligen Pfarrers Jegen und im Auftrag des Bischofs Dr. Adam Hefter nach Feldkirchen, um einen Kindergarten zu errichten und Mädchen in einer Nähschule zu betreuen. Die beiden Schwestern Archangela Cappek und Reinfrieda Ulm wurden zuerst im alten Pfarrhof in der Messnerwohnung untergebracht, weil sie auch in der Pfarre Messnerdienste leisteten. Aus der Chronik geht hervor, dass die Leute nicht sehr begeistert waren. Da heißt es: „Obwohl die Gesinnung der Bevölkerung anfangs keine gute war, erwies sich der Raum der Nähschule bald als zu klein, da er die Mädchen kaum noch fassen konnte.“ Am 26. August 1932 erwarben die Schwestern unter der Schwester Bertina Jahrbacher das Hotel „Feldkirchner Hof“ in der Himmelbergerstraße.


Im adaptierten Haus, das man ab nun Antoniusheim nannte, kamen 52 Mädchen in der Nähschule unter. Daneben betrieben die Schwestern auch einen Kindergarten für 36 Kinder und setzten sich in der Krankenpflege ein. Sie begannen auch mit der Hauskrankenhilfe. Nach und nach kamen die Leute mit allen möglichen Anliegen aus der Stadt und auch von den umliegenden Pfarren mit ihren Sorgen zu den Schwestern. In der Folge war es notwendig, dass mehrere Schwestern in diese Ordensniederlassung kamen.

1936 wurde für Mädchen in Österreich der Arbeitsdienst eingeführt. So wurde auch weltliches Personal aufgenommen. 1937 haben die Schwestern dann ein Internat für die Haushaltungsschule eingerichtet, da der Ordensgründer Pater Florentini das Motto geprägt hat:  "Das Bedürfnis der Zeit ist Gottes Wille“.

Im Mai 1939 enteignete die Gauleitung Klagenfurt das Antoniusheim wegen volks- und staatsfeindlicher Betätigung. Die Schwestern mussten ums Reisegeld für die Heimfahrt bei den Machthabern bitten.

Am 1. April 1945 wurde das Lazarett im Marianum in Klagenfurt, wo die Kreuzschwestern im Einsatz waren, ausgebombt und die Schwestern kamen mit den Patienten nach Feldkirchen zurück. Am 8. Mai beim Zusammenbruch waren die Schwestern also schon wieder in Feldkirchen und baten die Gemeinde um Rückgabe des Hauses, was auch am 15. Mai gewährt wurde. In kurzer Zeit waren ein Kindergarten für 80 Kinder, wieder eine Haushaltungsschule und auch ein Heim für Pensionäre eingerichtet. 7 bis 10 Schwestern waren regelmäßig im Antoniusheim im Einsatz.

Im Sommer 1967 wurde der große Festsaal des Antoniusheims abgetragen und an dieser Stelle ein Zubau für die Haushaltungsschule und späterhin für den Kindergarten errichtet. Am 28. September 1968 wurde der Neubau feierlich eingeweiht. Endlich war der dringend benötigte Platz für die Kinder vorhanden.

1972 wurde der Antoniuskindergarten zu einem Modellkindergarten der Diözese Gurk. Sr. Christophora und Sr. Imelda mit ihrem Team haben in mühevoller Kleinarbeit einen Rahmenplan, vergleichbar mit einem Lehrplan in den Schulen, für den Kindergartenbereich entwickelt um die optimale Förderung der Kleinkinder zu gewährleisten. Dieser Plan wurde vom Kindergartenreferat der Caritas geprüft, für gut befunden und an alle kirchlichen Kindergärten als zukünftige Arbeitsgrundlage weitergeleitet.

Zeitgleich wurde auch 1 Gruppe für behinderte Kinder eingerichtet, die sich jährlich kontinuierlich bis auf 4 Gruppen erweiterte. So war es möglich, zusätzlich Kinder mit Sprachstörungen, cerebralgeschädigte und bewegungsbeeinträchtigte, sowie Kinder mit Teilleistungsstörungen schon im Vorschulalter möglichst gezielt zu fördern. Für diese Kinder stand auch ein Internat zur Verfügung, wo die Entfernungen zu groß und unzumutbar waren.

Das hierfür vorgeschriebene Fachpersonal und geschulte Mitarbeiterinnen ermöglichten, das "Kleingruppenarbeit und Intensivförderung" als Schwerpunkte von Erfolg gekrönt und die Arbeit auch außerhalb der Landesgrenzen, sowie im Ausland anerkannt wurden.

Leider ist man im Zuge der Integrationsbestrebungen wieder davon abgewichen und so wurde der Sonderkindergarten sukzessive verkleinert und 1997 ganz eingestellt.


Der Betrieb der einjährigen Haushaltungsschule wurde 1974 eingestellt, da der Bedarf nicht mehr gegeben war. Dadurch wurden Räumlichkeiten für weitere Kindergartengruppen frei.


In der Zeit von 1985 bis 1987 wurde ein großer zusätzlicher Garten für die Kindergartenkinder angelegt. Dieser "Kindergarten im Freien" wurde im Juni 1987 mit einem großen Fest eröffnet.

Ende der 1980er Jahre ist der Antoniuskindergarten mit 303 Kindern in insgesamt 11 Gruppen der größte Kindergarten Österreichs. Den Schülerhort besuchen zu dieser Zeit bereits 60 Kinder.

Bis Mitte der 1990er Jahre lebten zwischen 15 und 20 Bewohner im Antoniusheim in Betreuung. Diese Anzahl verringerte sich im Laufe der Zeit bis im Jahre 2004 das Altersheim in eine Familienpflegestelle umgewandelt wurde.

Im Sommer 1999 wurde das benachbarte Raunikar-Areal samt Gebäude durch die Kreuzschwestern erworben. Die Gebäude wurden abgerissen und gleichzeitig die Planungsphase für den neuen Küchentrakt gestartet. Im Jahr 2000 wurde das neue Küchengebäude samt unterirdischem Verbindungsgang errichtet. Im Zuge dessen wurde auch ein Teil des Haupthauses umgebaut und renoviert.

Seit 1997 steht das Heim auch für ältere Schwestern als Altenwohnsitz zur Verfügung. Bis Herbst 2010 wurden ältere Menschen im Rahmen einer Familienpflegestelle im Antoniusheim betreut. Von da an, steht das Haus überwiegend den älteren Schwestern und evt. den Verwandten der Schwestern in privater Pflege zur Verfügung.

Nach längeren Gesprächen zwischen unserer Provinzleitung und dem Caritasdirektor Dr. Viktor Omelko hat der Kärntner Caritasverband am 01.09.2003 die Führung des Kindergartens und Hortes der Kreuzschwestern mit dem gesamten Personal übernommen. Von dieser Zeit an lautet der offizielle Name "Antoniuskindergarten und Antoniushort der Caritas".

Im Dezember 2009 wurde die Antoniusküche, die bisher als Lieferküche geführt wurde, umstrukturiert und beliefert seit diesem Zeitpunkt nicht nur den Kindergarten, den Hort und das Haus Theresia der Caritas, sondern es wird auch vor Ort ein Mittagsmenü für alle Interessierten angeboten.

Zurzeit leben im Antoniusheim 11 Schwestern, die größtenteils bereits im Pensionsalter sind. Ein Großteil ist heute noch aktiv und leistet wichtige Dienste.

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